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| Menorca (Spanien) Insel der Steine und des Windes : Dieser Beiname steht Menorca gut zu Gesicht - Felsen, unzählige Trockensteinmauern und vom steten Nordwind gekrümmte Olivenbäume prägen das Bild. Die Insel beeindruckt mit ursprünglicher Natur, bezaubernden Stränden und Beschaulichkeit. Während im Norden der fruchtbare Boden auf grünen Hügeln Felder, Weiden und Wiesen hervorbringt, ist der Süden von weiten Ebenen geprägt, in deren Schluchten die vielfältige wilde Flora und Fauna der Insel ein Refugium gefunden hat.In dieser sanft geformten Landschaft warten zahlreiche Zeugnisse der frühen Besiedelung Menorcas darauf entdeckt zu werden: Die tischartigen Steinbauten Taulas, die schiffförmigen Begräbnisstätten Navetas und die Talaiots genannten Wachtürme, die alle von der Talaiotkultur um 1.500 v.Chr. errichtet wurden, sind auf der Welt einzigartig.Seit 300 Jahren stehen die beiden größten Städten Menorcas in Konkurrenz zu einander: Gut für den Urlauber, denn er findet an den Enden der Insel zwei grundverschiedene, aber gleichermaßen reizvolle Ausflugsziele. Wer die alte Residenzstadt Ciutadella im Westen besucht, schlendert an prachtvoll verzierten Palästen vorbei, ehe er in einem gemütlichen Straßencafé bei einer Zitronenlimonade mit Gin den Blick auf die mächtige Kathedrale genießt. Pulsierendes Leben dagegen prägt die Hauptstadt Maó im Osten: Rund um den eindrucksvollen Naturhafen liegen zahlreiche Geschäfte und Restaurants, vor allem an der Hafenpromenade Baixamar trifft man sich zum Flanieren, Flirten und Feiern. Manche Straßenzüge erinnern mit ihren Erkern und Türen an eine englische Kleinstadt - Relikt der britischen Besatzung, die auch Lebensstil und -gefühl der Einwohner beeinflusst hat. Essen & Trinken Menorca (Spanien) Die menorquinische Küche ist einfach, rustikal und deftig. Ihr Markenzeichen ist, dass kaum mit Olivenöl, dafür aber viel mit Butter, Sahne und anderen Milchprodukten gekocht wird. Weitere Zutaten sind Feigen, Kohl, Pinienkerne, Kapern und Zwiebeln, wichtige Beilage ist die Salsa Mahonesa, jene Soße, die sich rühmt, die Mutter unserer Mayonnaise zu sein. Zu den typischen Gerichten auf dem Land zählen die Gemüsesuppe Oliaigo mit kleinen Tomaten, Zwiebeln, Kohl und Brotscheiben; überbackene Auberginen; Kaninchen mit Feigen oder Rebhuhn mit Kohl. Alte Rezepte der Fischer sind gefüllte Tintenfische, Schnecken mit Muscheln oder Krebsen oder die berühmte Spezialität Caldereta de Llagosta, eine Art Langustensuppe. Bei den Süßspeisen sind die Mandelmakronen und Ensaimadas - in Fett ausgebackene Hefeschnecken - die Favoriten.Der typische Käse der Insel, der Queso Mahón, gilt als besondere Spezialität und verfügt seit 1985 über das Qualitätssiegel Denominación de Origen , eine streng überprüfte Norm, die sich an alten Traditionen orientiert. Er wird aus roher Kuhmilch hergestellt und in verschiedenen Reifestufen angeboten. Dementsprechend vielfältig sind seine Aromen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Empfehlenswert ist ein Besuch der Käsereien in Alaior.Wein wird auf Menorca nicht angebaut. Dafür hat der Gin seit der englischen Besatzung Tradition: Der Menorca-Gin gilt als besonders fein und mild im Geschmack und ist, mit Zitronenlimonade zur Pomada gemischt, Nationalgetränk der Menorquiner. Aktivitäten Menorca (Spanien) An erster Stelle steht auf Menorca der Wassersport: Die Bedingungen für Surfer, Segler und Taucher sind ausgesprochen gut. Rund um die Insel bieten zahlreiche Verleihstationen und Schulen ihre Dienste an. Auch Wasserski gehört zum Standardangebot der feinen Sandstrände. Die zuverlässigsten Surfreviere sind die Bucht von Fornells an der Nordküste sowie die Küste von Cala n Bosch im Südwesten. Faszinierende Unterwasserwelten kann man rund um die Insel entdecken, zu den beliebtesten Abschnitten gehören die Süd- und Nordküste.Wer lieber zu Lande aktiv ist, findet ausgezeichnete Möglichkeiten zum Reiten auf vielen Höfen, die Kurse und Ausritte anbieten, oder kann eine ausgedehnte Wanderung durch die abwechslungsreiche Landschaft unternehmen. Radfahren lässt es sich auf Menorca auch sehr gut ohne die Kondition eines Jan Ullrich, da in der hügeligen Landschaft der Insel keine extremen Steigungen zu bewältigen sind. Golfsportler können sich auf dem Platz in Son Parc bei Es Mercadal im Norden Menorcas vergnügen. Die Erweiterung des Parcours auf 18 Löcher liegt in den Händen des bekannten Golf-Architekten David Thomas, der bereits in Belfry und San Roque auf dem spanischen Festland hervorrragende Goldplätze schuf. Ausgehen Menorca (Spanien) Gemütliche Restaurants und Tapas-Bars findet man in jedem Ort auf Menorca, Discotheken vor allem in den größten Städten Ciutadella und Maó. In beiden Städten bilden die Viertel rund um den Hafen die Reviere der Nachtschwärmer: Hier haben sich die meisten Cocktailbars, Kneipen und Discotheken angesiedelt. Beliebte Clubs in Ciutadella sind der Cotton Club und das Lateral, die sich vor allem nach Mitternacht mit Tanzwilligen füllen. Etwas ruhiger geht es in der Bar El Mosquito mit karibischem Ambiente zu.In Maó erfreuen sich das Café Baixamar und das Ícaro in der Nähe des Hafens großer Beliebtheit, Jugendstilambiente verbreitet das Cristanal y Gradinata. Entlang der schönen Hafenpromenade warten zahlreiche Straßencafés und Restaurants auf laue Sommerabende und fröhliche Gäste. Längst kein Geheimtipp mehr ist die Travestie-Show im El Salón: Jeden Abend zeigt das ehemalige Theater beim Rathaus ein spritziges, schräges Unterhaltungsprogramm.Originelles Ambiente verspricht ein Disco-Abend im Cova d en Xoroi bei Cala d en Porter: Hier wurde eine ehemalige Piratenhöhle zu einem Tanztempel umfunktioniert. Die größte Auswahl an Restaurants gibt es natürlich in den Städten an der Küste, doch vor allem die typisch menorquinische Küche findet man in ursprünglichen Ortschaften im Landesinneren. Land & Leute Menorca (Spanien) Steile Klippen, windgekrümmte Bäume und kleine Buchten im Norden, tiefe Schluchten mit üppigem Grün und weite Strände im Süden, dazwischen sanfte Hügel: So präsentiert sich die Landschaft von Menorca. Charakteristisch sind die vielen Trockensteinmauern, die das Land wie ein Netz überziehen. Sie unterteilen Menorca in Parzellen mit roter Erde, gelben Getreidefeldern und grünen Weiden, auf denen schwarz-weiße friesische Kühe weiden. Und natürlich die prächtigen schwarzen Menorca-Hengste, die der Stolz der Insel sind und bei Reiterspielen zum Jubel der Menge auf der Hinterhand tanzen.Wie ihre Insel sind auch die Menorquiner eher ruhig und bedächtig. Abgesehen von den Küstenregionen, leben die Menschen in einer traditionellen, bäuerlichen Arbeitswelt, die im Sommer durch eine willkommene Abwechslung unterbrochen wird: die auf dem katholischen Glauben beruhenden Patronatsfeste. Bestandteil dieser Feste ist immer eine Prozession, bei der ein Standbild des verehrten Heiligen durch die Straßen getragen und den Gläubigen präsentiert wird. Anschließend genießt man die menorquinischen kulinarischen Köstlichkeiten, trinkt viel Pomada - Gin mit Zitronenlimonade - und tanzt ausgelassen zu lauter Musik. Ungewöhnlich endet das Patronatsfest von Ciutadella: Vor allem die Jugendlichen bewerfen sich mit Haselnüssen - mehrere Tonnen werden alljährlich in heißen Straßenkämpfen und Nachbarfehden als Munition verbraucht. |