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    Goa Indien Hier farbenfrohe Saris auf den zahlreichen religiösen Festen überall im Land, dort makelloses Weiß am Grabmal Taj Mahal; hier leuchtende Gewürzsäcke an den Marktständen, dort sattgrünes Dunkel, in dem der Königstiger lebt. Indien ist eins der bevölkerungsreichsten Länder der Erde und zugleich Rückzugsgebiet für bedrohte Großtiere, beherbergt einige der bedeutendsten Baudenkmäler der Welt und besticht durch eine raffinierte Küche, die selbst einfaches Gemüse zum Festmahl werden lässt.Ohne zu zögern kann man weitere Gegensätze des Landes auf dem asiatischen Subkontinent aufzählen: Da ist die boomende Softwareindustrie, die einer wachsenden Mittelschicht zu Wohlstand verhilft, und zugleich die bittere Armut von Millionen Menschen, die unter einer Plastikplane am Straßenrand vegetieren. Offiziell ist das Kastensystem seit mehr als 50 Jahren abgeschafft, doch noch immer bestimmt es in vielen Regionen das gesellschaftliche und soziale Miteinander der Menschen. Alle großen Weltreligionen existieren seit Jahrhunderten nebeneinander, 17 Regionalsprachen sind offiziell anerkannt. Aber über die Schranken von Religion und Sprache hinweg verbindet alle Inder eine warmherzige Gastfreundschaft und Freundlichkeit, die jeden Fremden mit offenen Armen und Neugier in den Augen empfängt. Essen & Trinken Indien Bis zu 25 Gewürze geben den indischen Karis ihren einzigartigen Geschmack und Farbe. Von den englischen Kolonialherren mit Curry transkribiert, haben diese Soßengerichte nichts mit dem bekannten, gelben Gewürzpulver gemein. Vor allem sind sie in der Regel schärfer, da gemahlene Chilischoten niemals fehlen dürfen. Darüber hinaus geben Pfeffer, Ingwer, Muskat, Koriander, Kümmel, Kardamom, Knoblauch, Safran, Zimt, Nelken und etliche andere Gewürze unendliche Geschmacksvariationen - jede Familie in Indien hat ihr eigenes, streng gehütetes Rezept für die Masala, die Gewürzmischung des Karis. Dazu wird im Süden Reis, im Norden Fladenbrot gereicht. Da die Kuh als heiliges Tier nicht zum Essen geschlachtet wird und Schweinefleisch Muslimen und Hindus gleichermaßen als unrein gilt, bestehen Fleischgerichte beinahe ausschließlich aus Geflügel und Lamm. Berühmt ist das leuchtend rote Tandoori-Chicken, ein Huhn mit extrem langen Beinen, das in einer Marinade aus Chili und Safran eingelegt und im traditionellen Lehmofen, Tandoor, gegart wird.Als Snack zwischendurch oder einfach zum Knabbern werden überall Pappadam, hauchdünne Fladen aus Kichererbsenmehl, gereicht; in Südindien sind auch die gefüllten Pfannkuchen aus Reismehl, Masala Dosa, als kleine Zwischenmahlzeit zu empfehlen. Köstlich dazu schmecken süß-scharfe Chutneys und eingelegte Pickles.Nationalgetränk Indiens ist Tee, der entweder mit Gewürzen versetzt (Masala tea) oder ready made mit Milch und Zucker serviert wird. Kühle Durstlöscher des Volkes sind Limettensaft, Buttermilch und Kreuzkümmel-Tamarinden-Wasser, viele Brauereien produzieren eher leichte Biersorten. Exotisch mutet der Schnaps aus Cashewnüssen an. Aktivitäten Indien Natürlich kann man den Küsten Indiens, vor allem im Westen im Bundesstaat Goa, den typischen Wassersportarten Baden, Tauchen, Surfen und Segeln nachgehen. Allerdings sollte man seine Ausrüstung am besten von zuhause mitbringen, denn Verleihstationen gibt es bisher nur in wenigen Orten. Doch kann dieses faszinierende Land im Süden des asiatischen Kontinents sportlich aktiven Urlaubern wesentlich mehr bieten: Wie wäre es beispielsweise mit einer Wanderung in einer Hochgebirgswüste im Westhimalaya auf 3.600 Metern Höhe? Auch Raftingtouren, Gleitschirmfliegen oder Ballonfahrten im bergigen Norden erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, und organisierte Kamelsafaris im Bundesstaat Rajasthan entführen in die Stille der Thar-Wüste.Wesentlich geruhsamer geht es auf den Golfplätzen des Landes zu, die auf die Zeit der britischen Kolonisation zurückgehen - Shillong im äußersten Nordosten soll den schönsten Golfplatz der Welt besitzen. Volkssport der Inder ist Kricket, ebenfalls ein Relikt aus der Kolonialzeit: Jede Stadt hat ein eigenes Team und Sieg oder Niederlage werden mit gleichem Interesse verfolgt wie Fußballspiele in Deutschland. Weit verbreitet und deshalb auch international erfolgreich sind Hockey- und Polomannschaften und -wettbewerbe. Ausgehen Indien Die westlichen Vergnügungsgewohnheiten in Kneipen, Discotheken und Nachtbars sind der indischen Tradition unbekannt, gleichwohl bilden sich in den großen Städten wie Delhi, Bombay und Kalkutta zunehmend entsprechende Straßenzüge aus. Denn eine wachsende, konsumfreudige Mittelschicht orientiert sich an europäischen und amerikanischen Lebensstilen. Auch in den internationalen Hotels findet man Bars und Discotheken, in denen sich Tanzwillige austoben können.Weit verbreitet sind traditionelle Musik- und Tanzvorführungen, bei denen Urlauber sich von streng ritualisierten Tänzen verzaubern lassen können: Jede Fingerspreizung und jede Gesichtsregung hat eine genau festgelegte Bedeutung und erst jahrelanges, hartes Training führt die Tänzerinnen zur perfekten Interpretation.Höhepunkte im Leben der Inder sind die zahllosen Feste und religiösen Feiern, die immer irgendwo im Land stattfinden. Dann pilgern oftmals Hunderttausende Menschen zu den Orten, um zu meditieren, Vieh zu verkaufen und anschließend ausgelassen zu feiern. Besonders farbenfroh geht es dabei zum Frühlingsanfang im Norden zu: Holi, das Fest der Farben, erinnert an ein Liebesspiel des Gottes Krishna - überall bewerfen sich Menschen mit Farben während der mehrtägigen Feierlichkeiten. Da die meisten Feste nach dem Mondkalender berechnet werden, schwanken die Termine recht stark. Am besten informiert man sich kurz vor der Abreise beim indischen Fremdenverkehrsamt in Frankfurt. Land & Leute Indien Erfolgsverwöhnte IT-Spezialisten mit Handy und Laptop. Asketische Mönche mit nichts als einem einfachen Gewand am Leib. Geheiligte Kühe, die geruhsam im dicken Verkehr spazieren gehen. Islamische Minarette mit ornamentalen Verzierungen und hinduistische Tempel mit überreichem, menschlichen Skulpturenschmuck, Empire-Architektur und Fünf-Uhr-Tee. So fremd und doch wieder vertraut präsentieren sich nur wenige Länder dem europäischen Reisenden. Mit Englisch wird man fast überall durchkommen, und doch sind rund 1.600 regionale Sprachen und Dialekte lebendig. Vier Fünftel der Bevölkerung sind Hindus, zugleich leben mit rund 100 Millionen Moslems mehr Islamgläubige in Indien als in den meisten Staaten des Nahen Ostens. Verschiedenste Eroberer hat das Land am Indischen Ozean in den Jahrhunderten gesehen - arische Nomadenvölker, afghanische Herrscher, Mongolenfürsten, Portugiesen, Perser und Briten. Zeugnisse all dieser Epochen und Kulturen können heute noch besichtigt werden, haben Spuren in der Gesellschaft und im täglichen Leben hinterlassen. Von der letzten Herrschaft, der britischen, befreite sich Indien durch gewaltlosen Widerstand, an dessen Spitze Mahatma Gandhi stand. 1947 erklärte die Kolonie schließlich ihre Unabhängigkeit von Großbritannien und wurde in Pakistan und Indien geteilt. Seit 1991 öffnet sich Indien der Marktwirtschaft und entwickelt sich zu einer aufstrebenden Wirtschaftsnation. Und doch werden Besucher, die danach suchen, auch noch das alte Indien finden, die uralte Heilkunst des Ayurveda, die Meditationshilfen des Yoga oder das geheimnisvolle Buch der Liebe, das Kamasutra. Wer will, kann sich von schweren Jasmin-, Rosen- und Gewürzdüften betören lassen, sich an den farbenprächtigen, feinen Stoffen ergötzen oder die weiten Landschaften genießen. Indien erwartet alle Besucher mit einem Fest der Sinne.